Bustagereise Xanten

Omnibus-Tagesfahrt der Seniorengruppe nach Xanten

Die Einladung des Seniorenbeirats für die Fahrt nach Xanten stieß auf große Resonanz. Am Morgen des 3. Juli 2013 starteten wir um 7:30 Uhr in Siegen mit zwei Bussen der Firma Sauerlandgruss-Reisen und 82 Mitreisenden. Die Fahrt führte über die A 45 und dann in Ost-West-Richtung quer durchs Ruhrgebiet. Nach der Rheinquerung in Duisburg ging es auf der linken Rheinseite weiter nach Xanten. Bedingt durch Umleitungen wegen Straßenbaus und Unfällen erreichten wir den Zielort erst mit fast einstündiger Verspätung. Langweilig wurde es uns nicht, blieb doch für die Kommunikation untereinander mehr Zeit. Vom Busparkplatz waren es nur wenige Meter bis zur historischen Altstadt. Der Regen hatte mittlerweile auch aufgehört und so konnte die Entdeckungstour durch Xanten beginnen.

Zunächst sei aber noch ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Stadt vorangestellt. Bereits um 15 v. Chr. wurde von den Römern ein Heerlager gegründet, das als Operationsbasis für Kriegszüge auf rechtsrheinisches Territorium in die germanischen Stammesgebiete dienen sollte. Aus dem Lager zog Varus mit seinen Legionen zu der Schlacht in den Teutoburger Wald, wo es zu der entscheidenden Schlacht, verbunden mit seiner vernichtenden Niederlage, kam.

In der Nähe des ursprünglichen Lagers gründeten die Römer um 100 n. Chr. eine zivile Stadt die Colonia Ulpia Traiana, welche zu ihrer Blütezeit immerhin 10.000Einwohner hatte. Diese Colonia wurde als einzige römische Stadt nördlich der Alpen nicht überbaut. Überreste der später zerfallenen Stadt wurden durch Acker und Grasnarben überdeckt und dadurch hervorragend konserviert. Sie blieben der Fachwelt als einzigartiger Kulturschatz erhalten und machen Xanten zu einer archäologischen Fundgrube.

Mit großartigen Einblicken wartet auch das Mittelalter auf. Der Grundstein für den gotischen Dom/ehemalige Stiftskirche St. Viktor wurde 1263 gelegt. 1933 fand man bei Bauarbeiten unter dem Dom ein Doppelgrab aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. Es enthielt die Gebeine zweier gewaltsam getöteter Männer, vermutlich Märtyrer, einer davon mit dem Namen Viktor. Von dieser christlichen Gedächtnisstelle hat die Stadt vermutlich ihren Namen Xanten erhalten („Zu den Heiligen“; „Ad Sanctos“ =Xanten).

Der Vormittag war für eine Besichtigung der historische Altstadt und ggf. eine Mittagspause vorgesehen. Dies konnten die Mitreisenden individuell gestalten. Wie immer bei den Fahrten üblich, wurde bei der Hinfahrt im Bus ein Stadtplan mit Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und dem Gastronomieangebot verteilt.

In der uns zur Verfügung stehenden Zeit war allerdings nur der Besuch eines kleinen Teils der „Highlights“ möglich. Wer z. B. den Dom besichtigte, konnte einmalig schöne und künstlerisch bedeutsame geschnitzte Flügelaltäre und Holzskulpturen entdecken.

Am frühen Nachmittag trafen wir uns wieder am Parkplatz, um zur zweiten Station, dem Archäologischem Park Xanten (APX). zu fahren. Der APX stellt Deutschlands größtes archäologisches Freilichtmuseum dar. In der Tat, die Dimensionen sind gewaltig. Es handelt sich ja auch um die alte römische Zivilstadt, die mit 10.000 Menschen besiedelt war und in großen Teilen noch verborgen unter Erde und Gras liegt. Es ist bisher nur ein kleinerer Teil der ehemaligen Stadt freigelegt und authentisch (echt) wieder aufgebaut worden. Der größte Teil wartet noch auf die Ausgrabung durch die Archäologen. Auch in Zeiten des knapper werdenden Geldes werden diese Arbeiten noch viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte andauern. Zu den wieder aufgebauten Bauwerken und Anlagen gehören u. a. Mauem und Wachttürme, das Amphitheater, römische Herberge, Werkstätten, der Hafentempel und Gräber. Eine fachkundige Führung einer Museumsmitarbeiterin vermittelte uns welch hoher Lebensstandard bei den Römern herrschte. Manche Dinge und Einrichtungen, die wir noch heute selbstverständlich nutzen – Glas, Fußbodenheizung, Wasserversorgung, Toiletten und geheizte Bäder, gebrannte Dach- und Mauerziegel, und vieles mehr kannten die Römer schon vor 2000 Jahren. Bei den Toiletten handelte es sich vielfach um Gemeinschaftsanlagen; man saß in langer Reihe nebeneinander. Dies war sehr förderlich für die Kommunikation und das „Geschäftemachen“. Wie sagten die Römer doch treffend: Pecunia non Olet – Geld stinkt nicht!1

Zum Abschluss des Besuchs im APX stand noch der Besuch im LVR-Römer-Museum an (LVR: Landschaftsverband Rheinland). Das Museum ist seit einigen Jahren in einem zweckmäßigen modernen Neubau untergebracht und ebenfalls Bestandteil des APK. Es bietet den Besucherinnen und Besuchern einen Rundgang durch die römische Vergangenheit und gibt Einblicke in den römischen Alltag, das Leben und den Lebensstil, Gesellschaft, Kultur und vieles mehr. In einem Museumsprospekt steht wörtlich: Langeweile hat im Museum Hausverbot. Es gibt Führungen, etliche Exponate dürfen sogar ausprobiert werden und Mitmachprogramme gibt es für Groß und Klein.

Ein dreistündiger Besuch kann natürlich nur einen eingeschränkten Blickwinkel auf die römische Lebenswelt ertauben. Aber vielleicht war der Ausflug nach Xanten der Impuls für einen späteren ausgedehnten Besuch.

Um 17 Uhr standen unsere Busse zur Abfahrt wieder bereit. Anders als am Morgen verlief die Rückfahrt nach Siegen, welches wir gegen 19:30 Uhr erreichten, störungsfrei.

Leider können zu dem Reisebericht keine Fotos beigesteuert werden, weil unser Fotograf seine Mitfahrt am Reisetag morgens leider noch absagen musste.

(US)

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