Wanderwoche Braunlage/Harz

Die Wiederholung der 2004 total verregneten Wanderwoche in Braunlage wurde eine richtige Wiedergutmachung. Wir hatten vom ersten bis zum letzten Tag herrliches Spätsommerwetter und konnten das vorgesehene Programm wie geplant durchführen.

Die Unterkunft mit Halbpension im Haus „Waldhöhe“ des Erholungswerks wurde von allen 34 Teilnehmern als sehr angenehm und für unsere Belange bestens geeignet empfunden.

Nach der Anreise am 23.08.13 begann der Nachmittag mit einer Gästebegrüßung und Ortsführung durch unsere Reiseleiterin. So hatten wir einen ersten Überblick über Braunlage. Am Abend besuchten wir im Kurgastzentrum einen Harzheimatabend, der uns mit dem Brauchtum des Harzes vertraut machte.

Am Freitag brachte uns ein Bus bis Oderbrück als Ausgangspunkt für die erste Wanderung. Wir gingen am Oderteich entlang zur Staumauer und weiter der Oder folgend zum Rinderstall um uns dort für den anschließenden Rückweg, der mit einem Aufstieg begann und am Silberteich vorbeiführte, zu stärken.

Am Sonntag absolvierten wir die Höhenmeter mit der Seilbahn, die uns auf den Hausberg von Braunlage, dem 971 m hohen Wurmberg, brachte. Hier hatten wir schon den ersten Blick auf den Brocken, unser Wanderziel für den nächsten Tag. Nach einem Rundweg um den Wurmberggipfel kehrten wir in der „Wurmberg-Alm„ zur Mittagspause ein. Auf dem Rückweg kamen wir mit der deutschen Geschichte in Berührung, denn wir gingen einige km an der ehemaligen innerdeutschen Grenze entlang, dem sogenannten Kolonnenweg, wo einst die Grenzschützer der DDR patrouillierten. Weiter folgten wir der Warmen Bode nach Braunlage.

Für die Wanderung zum Brocken brachte uns der Bus bis Torfhaus. Hier war der Start für die Brockenwanderung. Es trennten uns noch 320 Höhenmeter vom 1141 m hohen Brocken. Die haben wir auf dem Goetheweg absolviert und wurden mit einem herrlichen Rundblick für die Mühen belohnt. Wir hatten einen der wenigen „Gute-Aussicht-Tage“ erwischt. Als Rückweg wählten wir den etwas kürzeren Weg nach Schierke, wo sich die „Brockenbahnfahrer“ wieder zu uns gesellten um alle gemeinsam mit dem Bus nach Braunlage zu fahren.

Am Dienstag besuchten wir ein anderes Wandergebiet, das Bodetal mit Hexentanzplatz und Roßtrappe. Mit Pkws erreichten wir den Ausgangspunkt in Treseburg. Heute wurde eine ,,kleine„ und eine „große“ Wanderung angeboten. Nach der Bodebrücke trennten sich die Wanderer; 12 gingen mit K.R. 10 km durchs wildromantische Bodetal bis Thale, 8 wanderten mit H.W. 16 km über die Höhen des Bodetals zum Hexentanzplatz und wieder zurück durchs Bodetal. Beide Wege kreuzten sich am Gasthaus Königsruhe an der Bode, wo wir gemeinsam die Mittagspause einlegten. Die ,,kleinen“ Wanderer gingen anschließend weiter nach Thale, die „großen“ Wanderer nach Treseburg. Nach dem Abendessen hatten zwei Geburtstagskinder zu einem Umtrunk im Gemeinschaftsraum zu einer gemütlichen Runde eingeladen.

Die nächste Wanderung fand wieder in der unmittelbaren Nähe von Braunlage statt. Wir begaben uns auf die Spuren von Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Hermann Löns. Thema des Tages war „Die Oberharzer Wasserwirtschaft„, heute Weltkulturerbe. Nachdem wir unsere Pkws in St Andreasberg für die Rückfahrt abgestellt hatten, brachte uns wieder ein Bus zum Oderteich, der ältesten und 170 Jahre lang größten Talsperre Deutschlands, die von 1715 – 1721 erbaut wurde und ausschließlich die Aufgabe hatte, die Silbererzgruben mit ,,Aufschlagwasser“ zu versorgen. Die 1,7 Mio. m³ Wasser reichten aus, um die Wasserräder der St Andreasberger Gruben bei Trockenheit drei Monate lang zu versorgen. Wir folgten der „Wasserleitung“, dem Rehberger Graben, von der Talsperre zunächst bis zum Rehberger Grabenhaus, dem ehemaligen Wohnhaus des Grabenwärters, heute historische Waldgaststätte, um dort im Sonnenschein die Mittagsrast einzulegen. Nach der Pause weiter dem Wasser folgend bis zur Grube Samson. Diese wurde von 1521 – 1910 als Silbererzgrube betrieben und gehört zu Deutschlands bedeutendsten Montandenkmälern. Der 810 m niedergebrachte Schacht ist als letzter seiner Art im Harz heute noch offen und bis in eine Tiefe von 190 m befahrbar. Die Besichtigung und Führung war sehr beeindruckend.

Für die letzte Wanderung am Donnerstag vertrauten wir uns der Führung unseres Wanderführer an. Mit dem Bus erreichten wir Hohegeiß. Durch das schöne Wolfsbachtal führte unser Wanderführer nach Zorge. Nach der Mittagpause im Landhotel Kunzental statteten wir der Brennerei Hammerschmiede einen Besuch ab. Im Zusammenhang mit der Führung durch den Betrieb konnten auf einer Viererkarte Proben des Hauses verkostet werden. Da in Anbetracht der Verkostung keiner mehr am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen durfte, nahmen wir den Bus zurück nach Braunlage.

Einige konnten durch gesundheitliche Einschränkungen nicht an allen Wanderungen teilnehmen. Aber auch für die gab es lohnende Ausflugsziele in der näheren Umgebung, wie Wernigerode, Bad Harzburg, Goslar oder Quedlinburg.

Nach dem letzten gemeinsamen Frühstück am Buffet am Freitagmorgen bestätigten alle Teilnehmer, dass die im Programm zur Wanderwoche ausgesprochene Hoffnung auf eine schöne Wanderwoche voll in Erfüllung gegangen ist

(EuKR)

 

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